{"id":7068,"date":"2018-06-29T00:00:00","date_gmt":"2018-06-29T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lynx.legal\/news\/erstattung-von-medizinprodukten\/"},"modified":"2018-06-29T00:00:00","modified_gmt":"2018-06-29T00:00:00","slug":"erstattung-von-medizinprodukten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lynx.legal\/de\/erstattung-von-medizinprodukten\/","title":{"rendered":"Erstattung von Medizinprodukten"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein farbenfrohes Bouquet von Systemen in unseren MOE-L\u00e4ndern<\/p>\n<p>Obwohl viele regulatorische Fragen im Bereich von Medizinprodukten (MP) innerhalb der EU bereits harmonisiert sind und im Rahmen der Medizinprodukteverordnung auch noch weiter vereinheitlicht werden, entsteht bei der Analyse der Erstattungsregelungen und \u2013systeme nach nationalem Recht ein faszinierendes Bouquet von Farben. <\/p>\n<p>Beginnen wir unser Bouquet mit Wei\u00dfrussland als Drittstaat au\u00dferhalb der EU, wo das staatliche Unternehmen \u201eBelmedtechnika\u201c die Medizinprodukte, welche sich f\u00fcr eine Erstattung qualifizieren, im Rahmen eines \u00f6ffentlichen Ausschreibungsverfahrens ausw\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Von Wei\u00dfrussland aus k\u00f6nnen wir unseren Blick nach Tschechien schweifen lassen, in welcher die Entscheidung \u00fcber eine Erstattung weitgehend in den H\u00e4nden der Krankenversicherungen liegt und nur sehr grundlegende Regelungen in allgemeinen Gesetzen vorgeschrieben sind.<\/p>\n<p>Unsere Auswahl erstreckt sich \u00fcber Systeme (z.B. in Lettland, Litauen und Polen), wo die Erstattungsregelungen f\u00fcr Medizinprodukte im Grunde mit der von Arzneimitteln \u00fcbereinstimmen, <\/p>\n<p>hin zu Systemen (wie Ungarn), wo entweder der Hersteller des MP oder sein Vertreter zuerst in eine Liste der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden als anerkanntes Vertriebsunternehmen aufgenommen muss, <\/p>\n<p>Systemen, wo das MP als solches in einer Liste erstattungsf\u00e4higer MP bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden oder der nationalen gesetzlichen Krankenkasse (Bulgarien, Polen, Slowakei, Lettland und Litauen) enthalten sein muss<\/p>\n<p>und endet schlie\u00dflich in Estland, in welchem der Hersteller oder sein Vertreter als ersten Schritt einen Vertrag mit der nationalen gesetzlichen Krankenkasse zu schlie\u00dfen hat, um sein MP danach als erstattungsf\u00e4hig anerkennen zu lassen.<\/p>\n<p>Auch im Hinblick auf regul\u00e4re Nachpr\u00fcfungen von Entscheidungen existiert keine einheitliche Praxis. In einigen L\u00e4ndern, wie Tschechien, besteht im Regelfall keine Verpflichtung zur \u00dcberpr\u00fcfung der Listen. In anderen Staaten, wie z.B. Ungarn, unterliegt die Entscheidungen \u00fcber die Erstattung eines MP einer st\u00e4ndigen Nachpr\u00fcfung. <\/p>\n<p>Die meisten der Mittel- und Osteurop\u00e4ischen Staaten, in welchen bnt pr\u00e4sent ist (so zum Beispiel Wei\u00dfrussland, Estland, Ungarn, Polen und Tschechien), beziehen sich im Rahmen der Erstattungsf\u00e4higkeit und Preisbildung von MP im Gegensatz zu Arzneimitteln nicht auf Preise in internationalen Referenzm\u00e4rkten. Im Gegensatz hierzu wenden Lettland, Litauen und die Slowakei das allgemeine internationale Referenzpreismodell an. Bulgarien hingegen folgt zwar nicht dem allgemeinen Referenzpreismodell, sondern \u00fcberpr\u00fcft, ob die Kosten des jeweiligen MP in zumindest einem anderen Staat der EU f\u00fcr die gleichen Befunde und Krankheiten wie in Bulgarien erstattungsf\u00e4hig sind. <\/p>\n<p>Einige der L\u00e4nder, welche kein internationales Referenzpreismodell anwenden, wie Tschechien, bestimmen den konkreten Erstattungsbetrag gekoppelt zum wirtschaftlich vorteilhaftesten MP im nationalen Markt. Lettland nutzt diese Methode zus\u00e4tzlich zum internationalen Referenzpreismodell.<\/p>\n<p>In einigen Staaten, z.B. Litauen, werden Mindest- und H\u00f6chstpreise f\u00fcr erstattungsf\u00e4hige MP festgelegt, wohingegen in Umgarn keinerlei Preisbeschr\u00e4nkungen existieren.<\/p>\n<p>Selbst bei den Systemen, die auf den ersten Blick eine recht \u00e4hnliche Farbe ausstrahlen, stellt man schnell ein weites Spektrum an Schattierungen fest, sobald das Verfahren, notwendige Dokumente, Geb\u00fchren, Bedingungen f\u00fcr die Aufnahme in Listen und erstattungsf\u00e4hige Prozente f\u00fcr verschiedene Patientengruppen tiefer beleuchtet werden.<\/p>\n<p>Es bleibt also festzuhalten, dass nationale Gesetze und Regelungen im Bereich der Erstattungsf\u00e4higkeit von Medizinprodukten ihre Wichtigkeit vorerst nicht verlieren werden. Deswegen werden diese nationalen Erstattungssysteme auch in Zukunft die Hersteller, Vertreiber und Einzelh\u00e4ndler von Medizinprodukten mit ihren eigenen farbfrohen Bouquets erfreuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein farbenfrohes Bouquet von Systemen in unseren MOE-L\u00e4ndern Obwohl viele regulatorische Fragen im Bereich von Medizinprodukten (MP) innerhalb der EU bereits harmonisiert sind und im Rahmen der Medizinprodukteverordnung auch noch weiter vereinheitlicht werden, entsteht bei der Analyse der Erstattungsregelungen und \u2013systeme nach nationalem Recht ein faszinierendes Bouquet von Farben. 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