{"id":7042,"date":"2019-06-13T00:00:00","date_gmt":"2019-06-13T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lynx.legal\/news\/aenderungen-im-immobilienrecht-mehr-pacht-aber-keine-bargeldgeschaefte-mehr\/"},"modified":"2019-06-13T00:00:00","modified_gmt":"2019-06-13T00:00:00","slug":"aenderungen-im-immobilienrecht-mehr-pacht-aber-keine-bargeldgeschaefte-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lynx.legal\/de\/aenderungen-im-immobilienrecht-mehr-pacht-aber-keine-bargeldgeschaefte-mehr\/","title":{"rendered":"\u00c4nderungen im Immobilienrecht: mehr Pacht, aber keine Bargeldgesch\u00e4fte mehr"},"content":{"rendered":"\n<p><span>Das lettische Verfassungsgericht beschert Grundeigent\u00fcmern eine h\u00f6here Pacht. Ferner sind Immobilienk\u00e4ufe mit Bargeld nicht mehr m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p>  <span>Das lettische Recht sieht eine ungew\u00f6hnliche Ausnahme vom Grundsatz vor, dass Eigent\u00fcmer eines Grundst\u00fccks und Eigent\u00fcmer der darauf errichteten Geb\u00e4ude dieselbe Person sind. Der Eigent\u00fcmer eines Geb\u00e4udes oder einer Wohnung und der Eigent\u00fcmer eines Grundst\u00fccks k\u00f6nnen auseinanderfallen, der Bauherr muss jedoch eine Zwangspacht an den Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer zahlen.<\/span><span>Diese Besonderheit hat Ihren Ursprung in der R\u00fcckgabe von Land an die urspr\u00fcnglichen Eigent\u00fcmer, nachdem die Republik ihre Unabh\u00e4ngigkeit wiedererlangt hatte. Die Frage der Zwangspacht war Anlass f\u00fcr eine Reihe langanhaltender Konflikte zwischen Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern und Geb\u00e4udeeigent\u00fcmern. <\/span><span>Zuletzt im Jahr 2017 befasste sich das lettische Parlament mit dieser Frage und verabschiedete eine schrittweise Senkung der Pachtrate: 5&nbsp;% des Katasterfl\u00e4chenwertes im Jahr 2018, 4&nbsp;% 2019 und 3&nbsp;% 2020, wenn die Parteien sich nicht selbst auf einen Pachtzins einigen k\u00f6nnen. <\/span><span>Zum einen sind so zwar die Wohnungs- und Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer gesetzlich vor \u00fcberh\u00f6hten Mieten gesch\u00fctzt. Zum anderen hat der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer jedoch weder das Recht, den Mieter frei zu w\u00e4hlen, noch die M\u00f6glichkeit, einen Pachtvertrag nach seinem Ermessen zu schlie\u00dfen. Die umstrittenen Normen sahen nach Ansicht der Kritiker kein ausgewogenes Rechtsverh\u00e4ltnis zwischen Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern und Geb\u00e4udeeigent\u00fcmern vor.<\/span><span>Im April&nbsp;2018 entschied das Verfassungsgericht der Republik Lettland, dass die Senkung des Satzes gegen das Grundrecht auf Eigentum verst\u00f6\u00dft und dass die \u00c4nderungen am 1.&nbsp;Mai&nbsp;2019 auslaufen. Der obligatorische Pachtzins betr\u00e4gt wieder 6&nbsp;% des Katasterwertes.<\/span><span>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen ab dem 1.&nbsp;Mai&nbsp;2019 Transaktionen mit unbeweglichen Grundst\u00fccken nicht mehr in bar durchgef\u00fchrt werden. Vor der j\u00fcngsten \u00c4nderung des Steuer- und Abgabengesetzes waren Bargeldgesch\u00e4fte im Wert von bis zu 7&nbsp;200&nbsp;\u20ac zul\u00e4ssig. F\u00fcr Immobilientransaktionen vor dem 1.&nbsp;Mai&nbsp;2019, die ganz oder teilweise in bar ausgef\u00fchrt werden sollen, gelten ab dem 1.&nbsp;Januar&nbsp;2020 die Vorschriften \u00fcber bargeldlose Transaktionen. Die \u00c4nderungen des Steuer- und Abgabengesetzes sollen Risiken von Scheingesch\u00e4ften vermeiden und stehen im Zusammenhang mit den staatlichen Ma\u00dfnahmen gegen Wirtschaftskriminalit\u00e4t und Geldw\u00e4sche.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das lettische Verfassungsgericht beschert Grundeigent\u00fcmern eine h\u00f6here Pacht. Ferner sind Immobilienk\u00e4ufe mit Bargeld nicht mehr m\u00f6glich. Das lettische Recht sieht eine ungew\u00f6hnliche Ausnahme vom Grundsatz vor, dass Eigent\u00fcmer eines Grundst\u00fccks und Eigent\u00fcmer der darauf errichteten Geb\u00e4ude dieselbe Person sind. 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