{"id":18024,"date":"2026-06-22T11:33:32","date_gmt":"2026-06-22T11:33:32","guid":{"rendered":"https:\/\/lynx.legal\/beschluss-der-gesellschafterversammlung-ueber-die-gewinnausschuettung-im-widerspruch-zur-gesellschaftervereinbarung\/"},"modified":"2026-06-22T12:31:13","modified_gmt":"2026-06-22T12:31:13","slug":"beschluss-der-gesellschafterversammlung-ueber-die-gewinnausschuettung-im-widerspruch-zur-gesellschaftervereinbarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lynx.legal\/de\/beschluss-der-gesellschafterversammlung-ueber-die-gewinnausschuettung-im-widerspruch-zur-gesellschaftervereinbarung\/","title":{"rendered":"Beschluss der Gesellschafterversammlung \u00fcber die Gewinnaussch\u00fcttung im Widerspruch zur Gesellschaftervereinbarung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Oberste Gerichtshof hat best\u00e4tigt, dass ein Beschluss der Gesellschafterversammlung \u00fcber die Gewinnverteilung gem\u00e4\u00df dem Gesellschaftsvertrag nicht allein deshalb f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt werden kann, weil er einer m\u00fcndlichen Abrede der Gesellschafter widerspricht.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00fcndliche Vereinbarung \u00fcber die Gewinnaussch\u00fcttung \u2013 worum ging es?<\/strong><\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Oberste Gerichtshof befasste sich in seinem j\u00fcngsten Beschluss vom 30.04.2026, Az. 27 Cdo 2390\/2025, mit der Pr\u00fcfung des Antrags des Gesellschafters einer GmbH auf <strong>Nichtigerkl\u00e4rung eines Beschlusses der Gesellschafterversammlung wegen Versto\u00dfes gegen die guten Sitten. <\/strong>  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Versto\u00df gegen die guten Sitten sah der Gesellschafter darin, dass die Gesellschafterversammlung \u00fcber die Gewinnverteilung unter den Gesellschaftern im Verh\u00e4ltnis ihrer Anteile, wie im Gesellschaftsvertrag festgelegt, beschlossen hatte.<strong> <\/strong><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die m\u00fcndliche Vereinbarung der Gesellschafter und die Praxis der vergangenen Jahre sahen jedoch etwas ganz anderes vor: Der Gewinn sollte in einem Verh\u00e4ltnis ausgesch\u00fcttet werden, das den Verdiensten der vom jeweiligen Gesellschafter verwalteten Standorte am Gesamtgewinn der Gesellschaft entsprach.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Regeln f\u00fcr die Gewinnverteilung<\/strong><\/h2>\n\n<p class=\"has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#f5fef0\">Grunds\u00e4tzlich gilt, dass der Gewinn unter den Gesellschaftern im Verh\u00e4ltnis ihrer Anteile an der Gesellschaft aufgeteilt wird, sofern der Gesellschaftsvertrag nichts anderes vorsieht. Ein Versto\u00df gegen eine etwaige (au\u00dferhalb des Gesellschaftsvertrags getroffene) Vereinbarung unter den Gesellschaftern begr\u00fcndet \u2013 neben etwaigen direkt in dieser Gesellschaftervereinbarung vereinbarten Sanktionen \u2013 die Verpflichtung der vertragsbr\u00fcchigen Partei, den dadurch entstandenen Schaden zu ersetzen (in diesem Fall w\u00e4re dies der entgangene Gewinn des betreffenden Gesellschafters). <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Gesellschaftsvertrag hat Vorrang<\/strong><\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Oberste Gerichtshof stellte daher fest, dass ein Beschluss der Gesellschafterversammlung \u00fcber die Gewinnverteilung unter den Gesellschaftern im Verh\u00e4ltnis ihrer Anteile, der im Einklang mit dem Gesellschaftsvertrag steht, nicht allein deshalb f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt werden kann, weil er einer m\u00fcndlichen Vereinbarung der Gesellschafter widerspricht.<\/p>\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Bei der Beurteilung der G\u00fcltigkeit eines Beschlusses der Gesellschafterversammlung hat der Gesellschaftsvertrag Vorrang vor Vereinbarungen zwischen den Gesellschaftern.<\/em><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist Gesellschaftern zu raten?<\/strong><\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2192 Sollten die Gesellschafter den Gewinn in anderen Anteilen als den im Gesellschaftsvertrag festgelegten aussch\u00fctten wollen, <strong>empfehlen wir in jedem Fall, die Regelungen zur Gewinnverteilung im Gesellschaftsvertrag selbst anzupassen.<\/strong> Eine Alternative stellt eine sogenannte <strong>einmalige Abweichung von der Gesellschaftsvereinbarung<\/strong> dar, bei der die Hauptversammlung ad hoc \u00fcber eine ungleiche Gewinnverteilung beschlie\u00dft. Ein solcher Beschluss erfordert jedoch die Zustimmung aller Gesellschafter (100 % der Stimmen) und muss durch eine notarielle Urkunde beurkundet werden. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autorin: <a href=\"https:\/\/lynx.legal\/de\/team\/pavla-kubakova\/\">Pavla Kub\u00e1kov\u00e1<\/a>, Associate, <a href=\"https:\/\/lynx.legal\/de\/taetigkeitsbereiche\/unternehmen-und-ma\/\">Gesellschaftsrecht und M&amp;A<\/a>, LYNX (Tschechische Republik)<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: des Obersten Gerichtshofs<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Oberste Gerichtshof hat best\u00e4tigt, dass ein Beschluss der Gesellschafterversammlung \u00fcber die Gewinnverteilung gem\u00e4\u00df dem Gesellschaftsvertrag nicht allein deshalb f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt werden kann, weil er einer m\u00fcndlichen Abrede der Gesellschafter widerspricht. 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